14. Gerontopsychiatrisches Symposium

TRAUMATISIERUNG

Gesamtgesellschaftliche Krisen und ihre Folgen im Alter am 14.09.2022

Bei unserem 14. Gerontopsychiatrischen Symposium beschäftigten sich 80 Teilnehmende vor Ort und 40 Teilnehmende digital sowie sieben ReferentInnen mit den Auswirkungen und Folgen gesellschaftlicher Krisen auf Senioren und Seniorinnen.

Nach der Begrüßung durch Ansgar Piel (Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung), Wolfram Beins (Vorsitzender des Landesfachbeirates Psychiatrie Niedersachsen) und Karoline Adamski sowie Michaela Welzel (Gerontopsychiatrische Kompetenzzentren und Landesfachstellen Demenz – ambet KoGeBe und CFD) haben im ersten Teil der Veranstaltung folgende Themen ihren Platz gefunden:

Als erstes referierte Frau Prof. Dr. Annelie Keil (Soziologin und Gesundheitswissenschaftlerin) über die soziologisch-geschichtliche Perspektive mit Blick auf die Krisen der letzten 100 Jahre. Aus persönlicher und aus geschichtlicher Sicht arbeitete Frau Prof. Dr. Keil die Auswirkungen und die daraus resultierenden möglichen Bewältigungsstrategien, aber auch die nicht bewältigten Traumatisierungen und deren Gewichtung auf die Gesundheit der Senioren und Seniorinnen heraus.

Dann folgte Frau Dörte Leuchtmann (traumazentrierte Fachberaterin) mit der Darstellung der therapeutischen Begleitung der Pflegekräfte von Menschen mit traumatischen Erfahrungen. Sie beleuchtete die Themen „wie entsteht ein Trauma“, „was bedeutet dies für die traumasensible Pflege“.

Frau Maria Matzel (Studienrätin, Heilpraktikerin Psychotherapie) berichtete folgend aus persönlicher Sicht ihre Erfahrungen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges sowie der gegenwärtigen Belastungen durch die Coronapandemie sowie der Auseinandersetzung mit dem eigenen Älterwerden.

Herr Prof. Dr. Marc Ziegenbein (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) rundete durch die Ausführungen von Folgen durch Traumata, mögliche therapeutische Interventionen anhand von Beispielen aus der Praxis den Vormittag ab.

Während der Mittagspause standen drei Thementische zur Verfügung – mit den Fragen: „Pflege und Betreuung von traumatisierten Menschen“, „wie schütze ich mich selbst – Selbstfürsorge, „was mir in meiner Arbeit fehlt und welche Ideen habe ich dazu“ -, an denen es zu regem Austausch und Ideensammlungen kam.

Der Nachmittag wurde eröffnet mit Cellomusik von Johann Sebastian Bach, vorgetragen von Dorothee Pöhl (Diplomcellistin).

Mit dem Vortrag „Kriegskinder im Alter“ stellte Frau Claudia Wollenberg (Psychologin, systemischer Coach) die psychologische Perspektive vor.

Frau Küpers (Sportwissenschaftlerin, Validation ® – Lehrerin) zeigte im Anschluss mit einem Fallbeispiel eindrücklich, dass „jedes Verhalten seinen Grund hat“, insbesondere bei demenzerkrankten Menschen. Und beschrieb die Wichtigkeit der „richtigen“ (z.B. Validation ®) Kommunikation.

Nach der Kaffeepause und einem weiteren Musikstück von Johann Sebastian Bach beendete Fr. Prof. Dr. Luise Reddemann (Fachärztin für psychotherapeutische Medizin) die Vorträge des Symposiums mit dem Thema „Self – Care – Perspektive: was uns herausfordert und wie wir mit den Herausforderungen der Gegenwart umgehen können“.

Es folgte dann die Verabschiedung durch Frau Karoline Adamski, die auch als Moderatorin durch die gesamte Veranstaltung führte.

Basistraining Geronto

Das ambet Kompetenzzentrum Gerontopsychiatrische Beratung veranstaltet in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit Hannover & Akademie für Sozialmedizin (LVG&AFS) diverse vier-stündige Online-Schulungen.

Das „Basistraining Geronto“ richtet sich an Mitarbeitende in Senioren- und Pflegestützpunkten sowie an Seniorenbüros in Niedersachsen. Inhaltlich werden zum Einen die Basiskompetenzen in der psychosozialen Beratung bei gerontopsychiatrischen Fragestellungen vertieft. Zum Anderen wird pro Termin ein Thema bearbeitet, zu welchem ein Input gegeben wird sowie Erfahrungen ausgetauscht und Ideen zum Umgang gesammelt werden. Die Schulung ist modular aufgebaut, d.h. die Termine können einzeln und unabhängig voneinander gebucht werden. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

Endlich ist unser Team wieder komplett!

Michaela Welzel verstärkt unser Team seit dem 01.08.2022 und stellt sich als neues Teammitglied vor:
Mein Name ist Michaela Welzel. Ich bin 54 Jahre alt und seit August 2022 für den Verein ambet e. V. tätig. Ich habe langjährige Berufserfahrung als Sozialpädagogin in der Netzwerkarbeit sowie der Beratungs- und Gruppenarbeit. Über die Möglichkeit, in meinen neuen Aufgabengebieten die Bereiche Vernetzung, Beratung und Information miteinander verknüpfen zu können, freue ich mich. Mir ist es ein Anliegen, ältere Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Darüber hinaus möchte ich dabei mitwirken, vorhandene gerontopsychiatrische Versorgungsstrukturen zu stärken und zu vernetzen sowie die Angebote zu erweitern.   
Und wenn ich mal nicht bei ambet e. V. arbeite, genieße ich es, mich in der Natur zu bewegen und dort neue Kraft zu tanken.

Themennachmittag „Digitale Hilfen für Menschen mit Demenz“

Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen werden zunehmend digitale Geräte für die Unterstützung im Alltag angeboten.

In welchen Fällen sind GPS Sender,  Aktivierungs-Software, Notrufgeräte oder tagessstrukturierende Hilfen sinnvoll?

Im Rahmen des bundesweiten Digitaltages informieren Mitarbeiter*Innen des Vereins ambet zu digitalen Unterstützungsmöglichkeiten.

Freitag, 24. Juni, 15:30 Uhr Begegnungsstätte Achilles Hof, Am Grasplatz 5c, 38112 Braunschweig

15:30 Uhr: Michael Baumgart über Chancen und Grenzen verfügbarer digitaler Geräte, die das Leben und den Alltag von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen erleichtern sollen.
16:30 Uhr: Anke Hagener stellt die App „Smart Begleiter“ – Unterstützung bei Tagesstruktur und Navigation – für Menschen mit Demenz vor.
16:45 Uhr: Rainer Leucke informiert zu neuen technischen Entwicklungen im Hausnotruf.

 

 

LANDESWEITE ÜBERSICHT GERONTOPSYCHIATRISCHER ANGEBOTE

Der Fokus unserer Arbeit liegt weiterhin in der strukturellen Weiterentwicklung und Vernetzung der gerontopsychiatrischen Versorgungsstrukturen in Niedersachsen.

Gemeinsam mit dem Caritas- Forum- Demenz, dem Niedersächsischen Städtetag und dem Niedersächsischen Landkreistag stellen wir die Ergebnisse der gerontopsychiatrischen Angebote in Niedersachsen in einer landesweiten Übersicht zur Verfügung. (Stand 06.2022) 

13. Gerontopsychiatrisches Symposium – (Generalisierte) Angststörungen im Alter

Am 29. September 2021 fand das 13. Niedersächsische Gerontopsychiatrische Symposium mit dem Titel „(Generalisierte) Angststörungen im Alter“ online statt.

In den letzten Jahrzehnten wurde Gerontopsychiatrie häufig mit Demenz gleichgesetzt. In den Medien ist das Thema Demenz inzwischen kontinuierlich vertreten. Die eher leise Symptomatik der Angst im Alter findet nicht die dem Vorkommen entsprechende Beachtung. Dem entgegenzuwirken war wesentliches Ziel der Veranstaltung.

Auf Grund der Pandemie wurde die Veranstaltung online durchgeführt. Trotz oder gerade wegen des online Formats konnten wir über 160 Teilnehmende erreichen, die sich dem oft noch viel zu wenig beachteten Thema der Angststörungen im Alter unter verschiedenen Gesichtspunkten näherten.

Nach einer umfangreichen Einführung in das Krankheitsbild, wurde ein Fallbeispiel betrachtet, welches die Komplexität des Störungsbildes deutlich machte.

Zudem wurden verschiedene Therapiemöglichkeiten beleuchtet. Dabei wurden das klinische und das ambulant psychologische Setting sowie die Möglichkeiten der begleitenden psychiatrischen häuslichen Krankenpflege (p-HKP) in verschiedenen Vorträgen differenziert betrachtet.

Die aus einer Angststörung möglicherweise resultierenden Schwierigkeiten im Alltag, im Zusammenleben und der Zusammenhang mit der eigenen Biographie wurden eindrucksvoll in einem vorab aufgezeichneten Interview veranschaulicht.

In der Mittagspause gab es neben der Möglichkeit zu Netzwerken auch Angebote aus dem Fitness-, Entspannungs- und kulturellem Bereich.

Am Nachmittag wurden mögliche Herausforderungen aufgezeigt, die eine (generalisierte) Angststörung für Mitarbeitende in der stationären Pflege mit sich bringen kann.

In Kleingruppen konnten dann die Inhalte des Symposiums reflektiert werden. Abschließend wurden offene Fragen, kritische Anmerkungen und Verbesserungswünsche im Rahmen einer regen Diskussion im Plenum besprochen.

Das Team des ambet Kompetenzzentrums Gerontopsychiatrische Beratung dankt allen Referent*innen, Unterstützer*innen und Teilnehmer*innen für dieses gelungene Symposium! Wir hatten einen sehr lehrreichen und tollen Tag.

Die Präsentationen und weiterführende Informationen finden Sie unter Dokumente.