Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr

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Liebe Netzwerkpartner*innen,

wir gehen auf das Ende eines Jahres zu, welches uns vor große Herausforderungen gestellt hat. Diese werden uns vermutlich noch einige Zeit begleiten. Positiv ist zu vermerken, dass Corona uns dem digitalen Zeitalter näher gebracht hat und wir uns nun in immer größerem Umfang online oder in Telefonkonferenzen begegnen können – auch wenn der persönliche Kontakt dadurch nicht ersetzt werden kann.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie trotz der Einschränkungen die Adventszeit genießen, ein besinnliches Weihnachtsfest feiern und gut in das neue Jahr starten!

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Das Team des ambet Kompetenzzentrums
Melissa Braun & Carolin Teller

                                      

12. Gerontopsychiatrisches Symposium: Extremindividualist*innen in der Gerontopsychiatrie

Wer stört denn da? Extremindividualist*innen in der Gerontopsychiatrie

Es gibt einen Personenkreis, der in kein Versorgungssystem passt: „die Menschen, die keiner haben will“, sogenannte „Systemsprenger*innen“. Diese Extremindividualist*innen werden im Allgemeinen für einen begrenzten Zeitraum in psychiatrischen Kliniken untergebracht und wenn möglich in geschlossene oder „geschützte“ Heime verlegt. Aber was passiert, wenn diese Menschen auch die Systeme der hochstrukturierten Einrichtungen „sprengen“ und dort nicht bleiben können? Diese und weitere Fragen standen während des Symposiums im Vordergrund.

Das 12. Gerontopsychiatrische Symposium konnte auf Grund der aktuellen Pandemie nicht wie gewohnt als ganztägige Veranstaltung in der Akademie des Sports in Hannover stattfinden, sondern wurde in diesem Jahr zum ersten Mal online durchgeführt. Auf der gut besuchten Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden aus verschiedenen Perspektiven über „das System sprengende Personen“. Anja Weiss dokumentierte die vierstündige Veranstaltung durch Graphic Recording (siehe unten).

Nach der Begrüßung durch die Gerontopsychiatrischen Kompetenzzentren und Landesfachstellen Demenz (ambet Kompetenzzentrum Gerontopsychiatrische Beratung und Caritas Forum Demenz) haben Ansgar Piel (Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung) und Jeanett Radisch (Landesstelle Psychiatriekoordination Niedersachsen) im ersten Teil der Veranstaltung die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Psychiatrie in Niedersachsen dargestellt. Im Anschluss folgte ein Vortrag über „das System sprengende Personen“ von Melanie Bargemann und Lisa Othmer aus dem Caritas Forum Demenz. Im Fokus hierbei stand die Definition der Personengruppe und die Einbettung derselben in die Gesellschaft und das System sowie den damit einhergehenden Problemlagen.

Jeder Workshop stellte eine andere Facette des Themas in den Fokus. Im Anschluss an die interdisziplinäre Diskussion in Kleingruppen wurden Anregungen, Forderungen und Wünsche an das Land, die Kommunen und die Kompetenzzentren formuliert. Ansgar Piel, Astrid Müller (Niedersächsischer Landkreistag), Manuel Stender (Landkreis Hildesheim), Melanie Bargemann und Melissa Braun (ambet Kompetenzzentrum Gerontopsychiatrische Beratung) nahmen die Aufträge aus den Workshops mit in ihre Arbeitsbereiche.

Die Kompetenzzentren nehmen als Impulse der Teilnehmer*innen die folgenden Punkte mit:

• Öffentlichkeitsarbeit in der Bevölkerung und den Kommunen erhöhen

• gesellschaftliche Diskussion zu dem Thema befördern

• Vernetzungsarbeit weiterführen

• schnittstellenübergreifendes Arbeiten intensivieren

Die Gerontopsychiatrischen Kompetenzzentren Niedersachsens werden das Thema der Extremindividualist*innen in der Gerontopsychiatrie in die AG 2 des Landesfachbeirats Psychiatrie Niedersachsen mitnehmen. Das Caritas Forum Demenz wünscht sich die Möglichkeit, gemeinsam mit den notwendigen Akteuren ein Setting entwickeln und testen zu können, in dem Menschen mit hohem individuellen Hilfebedarf eine passgenaue Unterstützung erhalten.

Wir danken allen Referent*innen, Impulsgeber*innen und Teilnehmer*innen für die Teilnahme an unserem ersten online Symposium! Wir hatten viel Spaß und hoffen vor allem, dass Sie neue Erkenntnisse und Anregungen für sich und Ihren Arbeitsalltag mitnehmen konnten.

Die Präsentationen und weiterführende Informationen finden Sie unter Dokumente.

Ein Wort zum Coronavirus

Das Thema Coronavirus stellt an uns als Gesellschaft, an uns als Familie und Freundeskreis, insbesondere aber auch an die Betreuungs-, Pflege- und Beratungsarbeit bei allen Netzwerkpartner*innen, völlig neuartige und sehr vielfältige Herausforderungen.

Wir sind ansprechbar. Sie brauchen jemanden zum Reden? Sie sind verwirrt und überfordert mit all den Nachrichten, Ängsten und Sorgen? Sie haben Fragen zum Umgang mit Corona?
Wir hören Ihnen zu. Wir schreiben mit Ihnen oder führen ein Telefongespräch. Melden Sie sich gerne unter (0531) 2 56 57 42 oder (0531) 2565743 sowie carolin.teller@ambet.de oder melissa.braun@ambet.de. Sie sind nicht alleine!
Carolin Teller & Melissa Braun
 ambet Kompetenzzentrum Gerontopsychiatrische Beratung

Verrückte Welt?! Wahnhafte Störungen im Alter

Das von ambet e.V. und dem Caritas Forum Demenz veranstaltete Symposium war wieder ein voller Erfolg.

Das mittlerweile 11. Gerontopsychiatrische Symposium in Hannover war mit 190 Teilnehmenden erfolgreich und ausgebucht. Denn auch sein wesentliches Ziel, Fachleuten aus den verschiedensten Bereichen der Gerontopsychiatrie neue Inputs zu vermitteln und Netzwerke auszubauen, konnte erreicht werden. Das nächste Symposium wird bereits konzipiert. Zurecht ist es ein wichtiger Baustein der Öffentlichkeitsarbeit der niedersächsischen Kompetenzzentren im Caritas Hannover sowie Verein ambet Braunschweig.

Auch im Jahr 2019 wurde wieder ein toller Bogen gespannt: Fachvorträge und Podiumsdiskussion gehörten ebenso zum Programm wie das themenbezogene Theaterprogramm sowie ein Tonbeitrag vom Belastungsempfinden einer Angehörigen.

Die Lebenswelten von wahnhaften Störungen wurden somit auf vielfältige Weise beleuchtet, Einblicke und Ausblicke in Wissenschaft und Praxis möglich gemacht. Ein erstes Resümee ist, dass eine gute Vernetzung über verschiedene gerontopsychiatrische Versorgungsstrukturen hinweg, vor allem auch mit Haus- und Fachärzten, unerlässlich ist.

Das Team des gerontopsychiatrischen Kompetenzzentrums und der Beratungsstelle im Verein ambet dankt allen Referierenden und Teilnehmenden gleichermaßen. Es hat uns wieder einen riesen Spaß gemacht!

Alle Vorträge sowie der Tagungsflyer als auch eine zusammengefasste Übersicht der Veranstaltung können im Bereich Dokumente abgerufen werden.

Im nächsten Jahr wird das Caritas Forum Demenz federführender Ausrichter sein. Der Termin steht bereits fest. Planen Sie den 18. November 2020 schon heute ein!

Natürlich freuen wir uns auch über persönliches Feedback. Vorschläge für weitere Veranstaltungen können ebenso an gb@ambet.de geschickt werden.

Neue Leitung ambet Gerontopsychiatrische Beratungsstelle und Kompetenzzentrum

Drei Fragen an…

Carolin Teller. Seit September 2019 Leiterin der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle und des Kompetenzzentrums gerontopsychiatrische Beratung im Verein ambet e.V.

Was ist das Beste an Ihrer Arbeitsstelle?

In der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle kann ich täglich Nachhaltigkeit leben. Denn das heißt für mich Lebensqualität bis zum Tod. Das Tabu im Umgang mit psychischen Erkrankungen im Alter aufzubrechen, möchte ich weiter voran bringen. Ich finde es toll, dass in Niedersachsen nicht ein Hauptaugenmerk auf die Demenzen gelegt, sondern auch andere gerontopsychiatrische Erkrankungen mit gedacht werden. Vor allem die Depression im Alter ist ein wichtiges Thema, dem wir uns noch mehr stellen müssen.

Besonders gut finde ich, dass wir als Kompetenzzentrum des Landes Niedersachsen die Möglichkeit haben, unser Wissen weiter zu geben und in einzelnen Städten und Gemeinden zu unterstützen, um regionalen Bedarfen auf die Spur zu kommen und Versorgungslücken gemeinsam zu schließen.

Was begeistert Sie an dem Bereich Gerontopsychiatrie?

Ich bin der Meinung, dass eine der wichtigsten Aufgaben darin besteht, Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern.

Im Sinne von Betroffenen da zu sein, ist mir eine Herzensangelegenheit, die wir als Grundsatz der täglichen Arbeit legen. Im Alter psychisch kranke und an Demenz leidende Menschen mit ihren Angehörigen und Freunden erfahren bei uns Hilfe. Sie werden in ihrer Wut, Angst und Unsicherheit entlastet und sollen sich nicht alleine gelassen fühlen. Wir begleiten sie durch Gespräche und Angebote unterschiedlichster Art.

Ich durfte bereits während meiner Hospizarbeit im Psychologiestudium erfahren, wie wichtig und befreiend es für kranke und auch sterbende Menschen sowie ihr soziales Umfeld ist, ihre Ängste auszusprechen und auf ein Gegenüber zu treffen, das diesen Gefühlen nicht ausweicht und sie aushält. Diese Anlaufstelle zu sein und dabei auch Themen anzusprechen, die unbequem sind, begeistert mich an der täglichen Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen und ihrem Umfeld gleichermaßen.

Weiter so oder Veränderung?

Da ich bereits seit vier Jahren festes Mitglied im Team bin und meine Vorgängerin mich sehr gut in die Prozesse einband, möchte ich vor allem die angestoßenen Projekte weiterführen.

Die seit über 32 Jahren bestehende Beratungsstelle und das inzwischen seit 15 Jahren vom Sozialministerium geförderte Kompetenzzentrum machen wichtige Arbeit, die es auch weiterhin zu verfolgen gilt.

Neue Schwerpunkte in der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle sind für mich dabei vor allem die Verstärkung von Angeboten zur Prävention sowie die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen in Pflegeverantwortung.

Im Kompetenzzentrum wollen wir den bisher eingeschlagenen Weg, Städten und Gemeinden als neutrale Stelle zur Verfügung zu stehen, weiter forcieren. Es geht uns dabei vor allem darum, Prozesse passgenau anzustoßen und zu begleiten.

Das Kompetenzzentrum wird Landesfachstelle Niedersachsen. Dadurch erhalten unsere Themen das Augenmerk, welches ihnen schon lange zusteht. Ich freue mich darauf, mich für das Thema Demenz, aber auch Depression und andere gerontopsychiatrische Erkrankungen, auch über die Grenzen des Landes hinaus zu engagieren!

Qualitätskriterien gerontopsychiatrische Beratung

Das ambet Kompetenzzentrum gerontopsychiatrische Beratung hat in Anlehnung an die wissenschaftlich fundierten Qualitätskriterien der psychoonkologischen Beratung Kriterien erstellt, um qualitätsgesicherte Arbeit in gerontopsychiatrischen Beratungsstellen sicher zu stellen. Vor Veröffentlichung wurden sie mit einer Expertengruppe diskutiert, abgestimmt und angepasst. Die Kriterien sollen auch helfen, sich neu gründenden Stellen einen roten Faden an die Hand zu geben, worauf alles geachtet werden sollte, was geeignete Mitarbeiter ausmacht und wie die Aus- und Fortbildung aussehen kann.
In Kürze wird es zusätzlich einen Vorschlag für ein qualitätsgesichertes Curriculum geben.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Die Kriterien können Sie im Bereich Dokumente finden und herunterladen.

Gerontopsychiatrische Fachberatung

Die Handreichung „Gerontopsychiatrische Fachberatung als Element der kommunalen Daseinsvorsorge“, wurde 2013 mit Akteuren verschiedener Beratungsstrukturen in Südostniedersachsen erstellt. In der Handreichung werden der Stellenwert und die Notwendigkeit der gerontopsychiatrischen Beratung und Fachberatung dargestellt. Sie soll als Handlungshilfe beim Aufbau von gerontopsychiatrischen Beratungsstrukturen dienen. Die Broschüre können Sie im Bereich Dokumente einsehen.